Was ist Churchkhela, Walnüsse oder Haselnüsse? Georgen Süßigkeit erklärt
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Churchkhela - im Deutschen oft Tschurtschchela geschrieben - ist eine der bekanntesten Süßigkeiten Georgiens: Walnüsse, die auf eine Schnur gezogen und in eine eingedickte Traubensaft-Kuvertüre getaucht werden. Wegen ihrer länglichen Form und der Kombination aus Nüssen und süßer Hülle wird sie umgangssprachlich manchmal auch „georgisches Snickers" genannt. In diesem Beitrag erfährst du, was Churchkhela genau ist, woher sie kommt, welche Sorten es gibt und wie du sie selbst zubereiten kannst.
Was ist Churchkhela (Tschurtschchela)?
Churchkhela ist ein georgisches Fruchtkonfekt aus nur wenigen, natürlichen Zutaten: Nüsse, Traubensaft und etwas Mehl. Ganze Walnüsse oder Haselnüsse werden auf einen Faden gezogen, mehrfach in eine warme, eingedickte Traubensaft-Masse getaucht und anschließend an der Luft getrocknet. So entsteht die typische, längliche Form mit einer festen Außenhülle und weichen Nüssen im Inneren.
Beide Schreibweisen meinen dasselbe: Churchkhela ist die international gebräuchliche Variante, Tschurtschchela die deutsche Umschrift des georgischen Wortes ჩურჩხელა.
Herkunft und Geschichte
Churchkhela stammt aus Georgien, wo sie seit Jahrhunderten hergestellt wird – besonders bekannt sind die Rezepte aus den Regionen Kachetien und Imeretien. Die traditionelle Herstellung in Kachetien wurde 2015 in die Liste des immateriellen Kulturerbes Georgiens aufgenommen.
Historisch war Churchkhela durch ihre lange Haltbarkeit eine beliebte Wegzehrung – sie ließ sich gut transportieren und lange aufbewahren. Auch heute hat sie in Georgien einen festen Platz: Sie wird gern zu Festen und besonderen Anlässen gereicht und gilt als typisches Mitbringsel.
Woraus besteht Churchkhela?
Die klassische Churchkhela kommt mit wenigen Zutaten aus:
- Traubensaft: die Basis der Kuvertüre, die der Süßigkeit ihre Süße und Farbe gibt
- Walnüsse (oder Haselnüsse): der Kern der Nussschnur
- Mehl (Weizen- oder Maismehl): zum Andicken der Traubensaft-Masse
Diese eingedickte Masse heißt auf Georgisch Pelamuschi bzw. Tatara. Churchkhela wird ohne Zuckerzusatz hergestellt; sie enthält von Natur aus Zucker aus dem Traubensaft und (bei fruchtigen Varianten) aus den Trockenfrüchten.
Wie wird Churchkhela hergestellt?
Das Grundprinzip ist seit jeher gleich:
- Geschälte Walnusshälften werden auf einen dünnen Faden aufgefädelt.
- Traubensaft wird erhitzt und mit Mehl zu einer sämigen Masse eingedickt (Pelamuschi).
- Die Nussschnur wird mehrfach (oft 8–10 Mal) in die Masse getaucht, bis sie gleichmäßig überzogen ist.
- Anschließend wird sie zum Trocknen aufgehängt.
- Nach dem Trocknen reift Churchkhela mehrere Wochen bis Monate, bis sie weich und schnittfest ist.
Welche Sorten von Churchkhela gibt es?
Je nach Nussanteil und Zutaten schmeckt Churchkhela unterschiedlich:
- Viel Nuss (Walnuss): kräftig und intensiv nussig, mit hohem Walnussanteil
- Wenig Nuss: milder, weicher und fruchtiger, mit mehr Traubensaft-Kuvertüre
- Mit Trockenfrüchten: Walnüsse kombiniert mit Aprikosen und Pflaumen – besonders aromatisch
Wer die Unterschiede probieren möchte, ohne selbst zu kochen, kann fertige, handgemachte Churchkhela im Churchkhela-Set bei FruchtSchmaus bestellen – einzeln, als Mix oder als Familienpaket.
Churchkhela selber machen – einfaches Rezept
Du brauchst nur wenige Zutaten und etwas Geduld beim Trocknen.
Zutaten (für ca. 4 Nussschnüre):
- 1 Liter Traubensaft (rot oder weiß)
- ca. 100 g Weizenmehl (Typ 405) oder Maismehl
- ca. 100 g Walnusshälften
- dünne Baumwollschnur + Nadel
Zubereitung:
- Walnusshälften auf etwa 25–30 cm lange Fäden auffädeln, das untere Ende verknoten.
- Etwa zwei Drittel des Traubensafts erhitzen. Das Mehl mit dem restlichen kalten Saft glatt rühren und unter ständigem Rühren einrühren.
- Die Masse köcheln lassen und ständig rühren, bis ein zäher, glänzender Brei entsteht (keine Klümpchen).
- Die Nussschnüre mehrmals in die noch warme Masse tauchen, bis sie millimeterdick überzogen sind. Zwischendurch kurz antrocknen lassen.
- An einem luftigen, sauberen Ort aufhängen und mindestens 1–2 Wochen trocknen lassen. Für das volle Aroma reift Churchkhela danach noch einige Wochen.
Tipp: Echte Churchkhela wird ohne zusätzlichen Haushaltszucker zubereitet - die Süße stammt von Natur aus dem Traubensaft.
Der weiße Belag - ist das schlecht?
Nach einiger Zeit bildet sich auf Churchkhela manchmal ein feiner weißer Belag. Das ist kein Qualitätsmangel und kein Schimmel, sondern auskristallisierter fruchteigener Zucker aus dem Traubensaft - ein ganz typisches Merkmal traditioneller Churchkhela.
Nährwerte von Churchkhela (je 100 g)
|
Nährwert |
Menge |
|---|---|
|
Brennwert |
195 kcal / 817 kJ |
|
Fett |
15 g |
|
Kohlenhydrate |
63 g – davon fruchteigener Zucker 58 g |
|
Eiweiß |
4,4 g |
|
Salz |
0 g |
Werte können je nach Sorte und Nussanteil schwanken. Allergene: enthält Walnuss (Schalenfrüchte) und Weizen (Gluten).
Häufige Fragen zu Churchkhela
Was bedeutet Tschurtschchela? Tschurtschchela ist die deutsche Schreibweise von Churchkhela und bezeichnet dieselbe georgische Süßigkeit aus Nüssen und Traubensaft.
Warum wird Churchkhela manchmal „georgisches Snickers" genannt? Das ist ein umgangssprachlicher, bildhafter Vergleich anderer: Er spielt auf die Kombination aus Nüssen und süßer Hülle sowie die längliche Form an und beschreibt den nussig-süßen Charakter. Auch in Armenien sehr beliebt.
Enthält Churchkhela zugesetzten Zucker? Nein, klassische Churchkhela wird ohne Zuckerzusatz hergestellt. Sie enthält von Natur aus Zucker aus dem Traubensaft und den Früchten.
Ist Churchkhela vegan? Ja, die klassische Variante besteht nur aus Traubensaft, Nüssen und Mehl. Sie enthält jedoch Gluten und Schalenfrüchte.
Wie lange ist Churchkhela haltbar? Trocken und kühl gelagert (0–22 °C) ist Churchkhela lange haltbar – sie war traditionell eine Reise- und Wegzehrung.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich allgemeinen Informations- und Unterhaltungszwecken und stellt keine ernährungsphysiologische oder gesundheitsbezogene Beratung dar.
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